{"id":1328,"date":"2025-03-14T12:25:16","date_gmt":"2025-03-14T12:25:16","guid":{"rendered":"https:\/\/reppi.de\/?p=1328"},"modified":"2025-03-17T08:15:29","modified_gmt":"2025-03-17T08:15:29","slug":"sicherheit-teil1-das-risiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/reppi.de\/?p=1328","title":{"rendered":"Sicherheit, Teil1: Das RISIKO"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich werde immer wieder mal gebeten meine beliebten &#8222;Sicherheitsseminare&#8220; doch wiederzubeleben. Da fehlt im Moment aber Antrieb und Zeit, da eine Anpassung auf aktuelle Umst\u00e4nde eine Mammutaufgabe w\u00e4re: Die Welt spielt verr\u00fcckt! Aber eine kleinere Serie mit Basics? Lies weiter, denn in Teil 1 geht es um das RISIKO. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_82_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-grey ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhaltsverzeichnis<\/p>\n<span class=\"ez-toc-title-toggle\"><a href=\"#\" class=\"ez-toc-pull-right ez-toc-btn ez-toc-btn-xs ez-toc-btn-default ez-toc-toggle\" aria-label=\"Toggle Table of Content\"><span class=\"ez-toc-js-icon-con\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/span><\/a><\/span><\/div>\n<nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/reppi.de\/?p=1328\/#Was_fuer_ein_%E2%80%9Eunkalkulierbares%E2%80%9C_Risiko\" >Was f\u00fcr ein &#8222;unkalkulierbares&#8220; Risiko!<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/reppi.de\/?p=1328\/#Risiko_ist_eine_Formel\" >Risiko ist eine Formel!<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/reppi.de\/?p=1328\/#Einzelfall_und_Gesamtrisiko\" >Einzelfall und Gesamtrisiko<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-4\" href=\"https:\/\/reppi.de\/?p=1328\/#Gefahren_bei_der_Abschaetzung_von_Risiken_BIAS-Gefahren\" >Gefahren bei der Absch\u00e4tzung von Risiken: BIAS-Gefahren<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-5\" href=\"https:\/\/reppi.de\/?p=1328\/#Beispiel_Einzelbetrachtung_und_Risikominimierung\" >Beispiel Einzelbetrachtung und Risikominimierung!<\/a><ul class='ez-toc-list-level-3' ><li class='ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-6\" href=\"https:\/\/reppi.de\/?p=1328\/#Bewertung_des_Risikos\" >Bewertung des Risikos<\/a><\/li><\/ul><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-7\" href=\"https:\/\/reppi.de\/?p=1328\/#Trennung_zwischen_Eintrittswahrscheinlichkeit_und_Schadenshoehe\" >Trennung zwischen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensh\u00f6he<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Was_fuer_ein_%E2%80%9Eunkalkulierbares%E2%80%9C_Risiko\"><\/span>Was f\u00fcr ein &#8222;unkalkulierbares&#8220; Risiko!<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Wer kennt so eine Aussage nicht? Ich glaube, jeder hat sie schon einmal geh\u00f6rt und selbst eventuell benutzt. Aber versteht auch jeder, was damit gemeint ist? Sicherlich nicht. Es sei denn, er besch\u00e4ftigt sich mit den Grundlagen der Sicherheit. Denn: Grunds\u00e4tzlich ist das Risiko durchaus kalkulierbar, oder &#8222;berechenbar&#8220;, wie man auch sagt und dies will erst einmal verstanden werden und darum geht es jetzt. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Risiko_ist_eine_Formel\"><\/span>Risiko ist eine Formel!<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Ohne lang schnacken: Die Risikoformel lautet: <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"95\" src=\"https:\/\/reppi.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image-1024x95.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1329\" style=\"width:550px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/reppi.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image-1024x95.png 1024w, https:\/\/reppi.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image-300x28.png 300w, https:\/\/reppi.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image-768x71.png 768w, https:\/\/reppi.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image.png 1306w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Das Risiko berechnet sich als, indem wir das Schadenspotential mit der Wahrscheinlichkeit des Eintritts dieses Schadens multiplizieren. Das ist abstrakt und muss erkl\u00e4rt werden. Also: Der Schaden kann einen Wert von 0 (Null) bis 1 (eins) annehmen. Dabei bedeutet die eins den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Schaden. Je nach zu betrachtenden Szenario muss dies aber nicht gleich der eigene Tod oder gar der Tod einer Gruppe bedeuten. Es kann auch das Risiko betrachtet werden, dass z.B. ein Fahrzeug ausf\u00e4llt oder ein ben\u00f6tigtes Werkzeug unbenutzbar wird und so weiter. Die Zweite Variable ist dann der \u00dcberlegung geschuldet, wie wahrscheinlich das Eintreten des betrachteten Falles ist und bezogen auf diesen einen betrachteten Fall (Case) kann dann ein zugeh\u00f6riges Risiko ermittelt werden. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Einzelfall_und_Gesamtrisiko\"><\/span>Einzelfall und Gesamtrisiko<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Wir k\u00f6nnen also durch eine sehr einfache Rechnung die Risiken f\u00fcr bestimmte Vorf\u00e4lle absch\u00e4tzen. Wenn wir nun einige Vorf\u00e4lle abgesch\u00e4tzt haben, werden wir nat\u00fcrlich nie ein &#8222;echtes&#8220; Gesamtrisiko ermitteln k\u00f6nnen &#8211; Niemand denkt wirklich an alles. Das Schicksal ist findiger, als wir erfahren! Ein erfahrener Bewerter, die s.g. &#8222;Sicherheitsexperten&#8220;, sind daher ein Garant daf\u00fcr, dass man einem gut abgesch\u00e4tzten Gesamtrisiko am Ende recht nahe kommt. Dazu muss man halt wissen, was f\u00fcr Gefahren lauern, diese als m\u00f6gliche Zwischenf\u00e4lle definieren und dann das Risiko einzeln bewerten. Logo! Aber dann? Wie kommen wir, wenn mehr oder eher minder alles m\u00f6gliche abgesch\u00e4tzt wurde zum Gesamtergebnis? Es m\u00fcssen alle gefundenen Risiken addiert werden. Leitsatz: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Das Gesamtrisiko ist die Summe aller Einzelrisiken. <\/p>\n\n\n\n<p>Das fehlen eines eklatanten Risikos in dieser Summe hat dramatische Folgen! Es m\u00fcssen zur Bewertung eines Gesamtrisikos ALLE relevanten F\u00e4lle gefunden werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Ist dies nicht m\u00f6glich, muss das Risiko als &#8222;unkalkulierbar&#8220; markiert werden. Der Nutzen entsteht dann gemindert dadurch, dass wenigstens die gefundenen F\u00e4lle betrachtet und darauf reagiert wird. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das erkl\u00e4rt abschlie\u00dfend den theoretischen Teil ganz gut. Aber: <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Gefahren_bei_der_Abschaetzung_von_Risiken_BIAS-Gefahren\"><\/span>Gefahren bei der Absch\u00e4tzung von Risiken: BIAS-Gefahren<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Es gibt drei Ansatzpunkte in der Formel, die halt aus drei Teilen besteht &#8211; Logo. Das bedeutet, der Mensch ist im Allgemeinen so konstruiert, dass er eher unangenehme Positionen nicht einnimmt. Es kann dann ein unbeteiligter, unabh\u00e4ngiger Dritter daf\u00fcr sorgen, dass auch unangenehme F\u00e4lle zutage treten. Es gibt nun eine ganze Reihe von in der Pers\u00f6nlichkeit bestimmter Menschen verankerter Fehlerquellen. Ich will einige nennen und darauf hinweisen: Wer sich etwas vormacht, betr\u00fcgt sich selbst. Das w\u00e4re der sportliche Ansatz. Der Sicherheitsansatz lautet: Wer sich selbst nicht einsch\u00e4tzen kann, gef\u00e4hrdet andere! Kennt eure Ideologien und Grunds\u00e4tze und Werte, denn in der Sicherheitsbetrachtung sind dies Fehler, die mehr oder minder schlimme Folgen haben werden. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th><strong>Bias<\/strong><\/th><th><strong>Erkl\u00e4rung<\/strong><\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Overconfidence Bias<\/strong><\/td><td>Die Tendenz, die Genauigkeit der eigenen Sch\u00e4tzungen zu \u00fcbersch\u00e4tzen.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Anchoring Bias<\/strong><\/td><td>Die Neigung, sich zu stark auf die erste Information (den &#8222;Anker&#8220;) zu st\u00fctzen.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Availability Bias<\/strong><\/td><td>Die Tendenz, Sch\u00e4tzungen auf leicht verf\u00fcgbare Informationen zu st\u00fctzen.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Optimism Bias<\/strong><\/td><td>Die Neigung, die Wahrscheinlichkeit negativer Ereignisse zu untersch\u00e4tzen.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Normalcy Bias<\/strong><\/td><td>Die Tendenz, extreme Ereignisse zu ignorieren und anzunehmen, dass alles normal bleibt.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Confirmation Bias<\/strong><\/td><td>Die Tendenz, Informationen zu suchen und zu interpretieren, die bestehende \u00dcberzeugungen best\u00e4tigen.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Recency Bias<\/strong><\/td><td>Die Neigung, j\u00fcngste Ereignisse oder Informationen st\u00e4rker zu gewichten.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Hindsight Bias<\/strong><\/td><td>Die Tendenz, vergangene Ereignisse als vorhersehbarer zu betrachten, als sie tats\u00e4chlich waren.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Self-serving Bias<\/strong><\/td><td>Die Neigung, Erfolge sich selbst zuzuschreiben und Misserfolge externen Faktoren.<\/td><\/tr><tr><td><strong>Status Quo Bias<\/strong><\/td><td>Die Tendenz, den aktuellen Zustand beizubehalten und Ver\u00e4nderungen zu vermeiden.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class=\"wp-element-caption\">BIAS &#8211; Fehler in der Absch\u00e4tzung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Diese Biases k\u00f6nnen die Entscheidungsfindung und Risikobewertung erheblich beeinflussen. Es ist wichtig dabei zu erkennen, f\u00fcr welche dieser Fehler man selbst zug\u00e4nglich ist und sie, zumindest f\u00fcr eine realistische Risikobewertung, auszublenden. Ein Risiko abzusch\u00e4tzen bedeutet nicht, dass wir besonders liberal, konservativ, religi\u00f6s, sekular oder Woke sein m\u00fcssen &#8211; Die Risikoabsch\u00e4tzung kann nicht als Propaganda einer Agenda dienen, da ihre Folgen meist ernst genommen werden und bei hohen Eintrittswahrscheinlichkeiten auch eintreten werden. Die Glaubw\u00fcrdigkeit unserer Absch\u00e4tzungen und damit unsere eigenen Absch\u00e4tzungen w\u00e4re im Best Case dahin. Im Worst Case sind wir und diejenigen, die sich auf uns verlassen haben, tot. Bei ernsten F\u00e4llen ist die Risikobewertung also kein Spielplatz von irgendwelchen Grundsatzdebatten &#8211; Wir sind beim Risiko nicht bei &#8222;W\u00fcnsch Dir Was!&#8220;, sondern bei: &#8222;So isses!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Beispiel_Einzelbetrachtung_und_Risikominimierung\"><\/span>Beispiel Einzelbetrachtung und Risikominimierung!<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Woran denkt wohl jeder? Na klar: Wie sicher lebe ich eigentlich dort, wo ich lebe. Dabei handelt es sich um eine extrem komplexe und sogar Mehrdimensionale Betrachtung, die als Beispiel leider nicht geeignet ist und erst recht nicht, als einleitende Einzelbetrachtung!<\/p>\n\n\n\n<p>Daher w\u00e4hlen wir etwas anderes, denn wir wollen auch auf den wichtigsten Aspekt schlie\u00dfen: Risikominimierung!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollen wandern gehen. Da kann nat\u00fcrlich vieles schief gehen. Wir k\u00f6nnten uns verirren. Berechnen wir also das Risiko daf\u00fcr. Geht nicht! Es fehlen n\u00e4mlich m\u00f6glichst genaue Annahmen. Also: Wir wollen \u00fcber Wochen in der Sahara v\u00f6llig ohne fremde Hilfe wandern. Schauen wir mal: <\/p>\n\n\n\n<p>Risiko sich verirren in der Sahara = 1 x 0,95<\/p>\n\n\n\n<p>Das Risiko sich in der W\u00fcste, wo alles gleich aussieht zu verirren betr\u00e4gt 95%. Es ist schon eher ein kleines Wunder, wenn man sich nicht verl\u00e4uft. Der Schaden, der eintreten wird ist schlichtweg der Tod durch verdursten oder Kreislaufkollaps wegen der Temperatur. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Bewertung_des_Risikos\"><\/span>Bewertung des Risikos<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Dieses Risiko einzugehen, bei dem man schon sehr wahrscheinlich schlichtweg draufgeht, gleicht dem eines Himmelfahrtskommandos. Eine Touristin, die ohne Navigationsmittel oder fremde Hilfe in so einer Gegend heruml\u00e4uft, stirbt nach kurzer Zeit. Ist also keine gute Idee. Wie kann man sich aber helfen, wenn man so ein Risiko abgesch\u00e4tzt hat zu ermitteln: Lohnt sich das? Na ja: Dazu muss die eigene Risikobereitschaft festgelegt werden. Kann ja sein, dass jemand den Kick sucht und 5% Restchance als absolut okay empfindet. Aber hinterher nicht jammern, wenn man nicht der Superheld ist, der halt \u00fcbermenschliche Kr\u00e4fte besitzt. F\u00fcr ihn w\u00e4re so ein Risiko nat\u00fcrlich bei nur 25%, also 0,25. Er kann das dann als normales Abenteuer verbuchen. <\/p>\n\n\n\n<p>Mal weg von Superhelden, die es nicht gibt, hin zur Selbstwahrnehmung: Profi, Amateur oder blutiger Anf\u00e4nger? Das Risiko h\u00e4ngt stark daran, wie erfahren jemand in jeweiligen Situationen ist, also wei\u00df, wie sich z.B. durch Kenntnis \u00fcber die Lage von Brunnen und Oasen die Eintrittswahrscheinlichkeit senken l\u00e4sst. Der Worst Case bleibt aber bestehen: Verirrt sich der &#8222;Oasenfinder&#8220;, sterben alle Beteiligten. <\/p>\n\n\n\n<p>Kurzum: Das Risiko ist schlichtweg zu hoch. Konkrete Zahlen kann man aber nicht nennen, denn jeder sch\u00e4tzt anders ab! In erster N\u00e4herung sind es bei mir sehr, sehr grobe Einsch\u00e4tzungen in Form einer Ampel: <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"622\" src=\"https:\/\/reppi.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1330\" style=\"width:245px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/reppi.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image-1.png 850w, https:\/\/reppi.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image-1-300x220.png 300w, https:\/\/reppi.de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/image-1-768x562.png 768w\" sizes=\"(max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Also im Bereich von 0 bis 0,33 (bis 33%) ist das Risiko in erster N\u00e4herung gering. Guten Gewissens k\u00f6nnen Vorhaben also angegangen werden, weil sie wahrscheinlich gelingen. Zwischen 33% und 66% sieht das schon anders aus, n\u00e4mlich ABENTUERLICH. Es besteht ein durchaus reales Risiko zu Schaden zu kommen. Nun: Exakt dies ist es, was ein Abenteuer ausmacht! Man muss dann f\u00fcr sich oder mit anderen entscheiden: Ist es das wert? Kommt ein Wert zwischen 66% bis zum sehr wahrscheinlichen Worst Case bei einer Betrachtung heraus, ist vom Vorhaben Abstand zu nehmen, ODER an den Parametern zu schrauben, sprich wir m\u00fcssen zusehen, dass wir Ma\u00dfnahmen ergreifen, die das Risiko deutlich reduzieren! Im Prinzip sind die ROTEN F\u00e4lle also eigentlich das Bet\u00e4tigungsfeld von Sicherheitsberatern oder Beauftragten. <\/p>\n\n\n\n<p>In unserem Fall k\u00f6nnen wir das Risiko uns zu verirren deutlich reduzieren, indem wir einen Guide anheuern. Sagen wir: Dies minimiert das Risiko um 20% auf 0,8. (1-0,2=0,8!) Wir k\u00f6nnten zudem selbst Hilfsmittel mitnehmen, die dem Verirren entgegenwirken. Das bringt leider erstmal gar nichts. WAS?! Genau: Richtig gelesen. Korrekt muss es hei\u00dfen: Wir m\u00fcssen f\u00fcr den Einsatzzweck geeignete Hilfsmittel kaufen, diese mit passenden Kartenmaterial versehen (Voraufkl\u00e4rung) und die Bedienung beherrschen. Dann sch\u00e4tzen wir, dass das Risiko sich um weitere 10% senken l\u00e4sst, was also bedeutet, dass unsere Eintrittswahrscheinlichkeit auf 1-0,1 = 0,9 sinkt. Wenn wir dann noch eine Karte und einen Kompass dabei haben und Dinge kennen, wie Marschzahl und Kurs &#8211; Dann sind weitere 5% in Ordnung anzunehmen, da es eine Ausfallsicherheit zum Guide und dem elektronischen System bietet. <\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende konnten wir also folgendes erzielen: Durch Guide, GPS und Karte\/Kompass: Gemindertes Risiko = 0,95 x 0,8 x 0,9 x 0,95 =  0,65. <\/p>\n\n\n\n<p>BEACHTET DIE BERECHNUNG! Wir m\u00fcssen bei einer Reduzierung eines Risikos um 5% umrechnen: 100% &#8211; 5% = 95% was dann 0,95 Eintrittswahrscheinlichkeit bedeutet. Aus &#8222;Reduzierung&#8220; m\u00fcssen wir als erstmal eine Eintrittswahscheinlichkeit berechnen, denn diese haben wir in der Risikoformel ja auch betrachtet. Gleich muss es sein!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind durch Ergreifen von Ma\u00dfnahmen also aus einem Himmelfahrtskommando hin zu einem Abenteuer gekommen. Wenn wir jetzt noch die Folgen minimieren, die durch ein Verirren eintreten?! Wir nehmen also ausreichend Wasser mit und ein gutes Satelitennotrufsystem und organisieren oder engagieren eine RETTUNGSKETTE. Die Anbieter machen glaubhaft, dass wir im Worst Case nicht sterben. Sie setzen v\u00f6llige Genesung an und errechnen nunmehr 0,5 als Schadensindex. Wir nehmen unser bereits gemindertes Risiko und berechnen: RISIKO NACH MASSNAHMEN = 0,65 x 0,5 = 0,33. Durch Milderung von Folgen des Risikos konnten wir aus einem Himmelfahrtskommando also ein kleines Abenteuer werden lassen, welches JETZT, also nachdem wir durch Ma\u00dfnahmen sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit, wie auch die Folgen minimiert haben, durchaus angehen k\u00f6nnen? FALSCH! Denn sich zu verirren ist ja nur ein Risiko unter vielen, mit denen wir in der Weite der Sahara rechnen m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Trennung_zwischen_Eintrittswahrscheinlichkeit_und_Schadenshoehe\"><\/span>Trennung zwischen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensh\u00f6he<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p>Feindselige Menschen soll man dort weniger antreffen, als angenommen. Im Prinzip durchqueren zahlreiche Touristen Gebiete wie den Iran oder Afghanistan und befinden sich derzeitig sogar auf Touren durch Russland und: Ihnen geschieht nichts! Ist das Risiko deswegen gering? Nein. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich wandere ja in der Tat gerne und habe immer ein gewisses MINDESTSETUP dabei. Regenklamotten, W\u00e4rmereserve, Snack und Trinken. Immer trage ich ordentliche Wanderstiefel und ist ein Klettersteig angesagt, so ist nat\u00fcrlich das passende Geschirr dabei. Ich sehe immer wieder Menschen, die ihr Risiko in schwarzen Klettersteigen ohne Geschirr und Absicherung falsch bewerten: <\/p>\n\n\n\n<p>Dass eine Lebensgefahr besteht, l\u00e4sst sich nicht unbedingt dadurch wegrationalisieren, dass wir aufgrund einer sehr geringen Eintrittswahrscheinlichkeit es dem Zufall \u00fcberlassen, ob wir draufgehen. Bei normalen Wetter und top fit mag so manch Ausflug ohne jegliche Risikominimierung durchaus den Schluss zulassen: Passiert schon nix. Es ist noch nie was passiert. Wenn, tja: Dann bist du aber tot. Hier ger\u00e4t \u00fcbrigens meine Ampel an ihre Grenzen: Ein Schaden in H\u00f6he von 100%, also der Tod und eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit von einem Prozent&#8230; das bedeutet im Beispiel des Klettersteiges: Von 100 Personen, die v\u00f6llig ohne Absicherung einsteigen, stirbt einer. Das ist sehr realistisch, da 99% der Besucher sich ja absichern. Berechnen wir mal: Risiko = 1 x 0,1 = 0,1&#8230; also kein Problem? Obacht: Lasst den gesunden Menschenverstand ANGESCHALTET: In der Tat passiert euch ja in 99 F\u00e4llen nichts. W\u00fcrdet ihr aber eine Operation durchf\u00fchren lassen, die nicht notwendig ist und bei der der Arzt sagt: Also, jeder hundertste stirbt dabei. Na ja: Aber 99 \u00fcberleben halt! Heute haben es sogar schon 80 geschafft. Fehler: Jeder Patient tr\u00e4gt ein eigenes Risiko. Weil es 80 geschafft haben, bedeutet dies ja nicht, dass &#8222;nur noch&#8220; 19 frei sind oder dass auch die n\u00e4chsten 19 Patienten nix geschieht. Wird ja nicht abgez\u00e4hlt, hoffen wir mal. Wichtiger w\u00e4re die Frage: &#8222;Wie viele sind denn letzte Woche gestorben?&#8220; und die Antwort kann zum Umdenken anregen, wenn so zahlen um die 100 oder so in den Raum gestellt werden. Hei\u00dft es aber: &#8222;Also im letzten Jahr ist nur einer gestorben!&#8220; &#8211; So neigen wir dazu: Na denn! Mal los! Ist aber auch falsch, denn wir kennen das Los nicht, also wie viele haben sich denn behandeln lassen? ZWEI? Oder tausend? <\/p>\n\n\n\n<p>In meinem Fall: &#8222;Siehst du! Kein Problem! Wir haben es nat\u00fcrlich geschafft!&#8220; &#8211; Im Restaurant, als man die Familie mit Badelatschen aus dem Klettersteig wiedergesehen hat. Risiko bedeutet nicht, dass etwa schlimmer passieren muss. Die Familien, die es nicht geschafft haben, die sieht man nicht wieder, die vermelden keinen Hohn: &#8222;Ha! Helm und fette Schuhe bei 30\u00b0C!&#8220; &#8211; Die sind einfach weg und treten \u00f6ffentlich nicht mehr in Erscheinung. Au\u00dfer ihrer Todesanzeige. <\/p>\n\n\n\n<p>Kurzum: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>Gehirn muss eingeschaltet bleiben, um systematische Fehler und vor allem eine korrekte Risikobewertung am Ende durchzuf\u00fchren. Es interessiert also NIEMALS nur das Ergebnis! Es gibt &#8222;NO-GOs&#8220;, also Dinge, bei denen man einfach kein Risiko eingehen m\u00f6chte. <\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zum Beispiel der W\u00fcstenwanderung: Wir haben ja durch Ma\u00dfnahmen gegen die Eintrittswahrscheinlichkeit schon das Risiko gut gesenkt. Aber wir wissen: Wenn diese Ma\u00dfnahmen fehlschlagen, sind wir dennoch tot. Ist das Wasser alle und die Rettungskette unterbrochen, ist dies \u00fcbrigens auch der Fall! Darum gegen die allermeisten solche Abenteuer gar nicht erst ein. Das Risiko wird subjektiv immer hoch bewertet, wenn man dabei drauf gehen kann. Immer? Nein: Es gibt Extremsportler, die sind fein damit. Es gibt Lebensk\u00fcnstler, die sind fein damit und es gibt Gesellschaften, die sind &#8222;Risikobereiter&#8220;. Die Deutschen tendenziell eher nicht. Die &#8222;GERMAN ANGST&#8220; ist genau dadurch gepr\u00e4gt, dass wir genau anschauen, welche der Risikofaktoren wir wie beeinflussen k\u00f6nnen. Dabei gen\u00fcgt es uns nicht, wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit sinkt &#8211; Wir wollen am liebsten ewig leben. Daraus folgt auch die gewisse Tr\u00e4gheit bez\u00fcglich Ver\u00e4nderungen. Wir kennen es: Ein Risiko einzugehen, daf\u00fcr sind Deutsche nicht bekannt. Sie planen alles bis zur Perfektion aus und gelingt dies nicht, so l\u00e4sst man es eben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich werde immer wieder mal gebeten meine beliebten &#8222;Sicherheitsseminare&#8220; doch wiederzubeleben. Da fehlt im Moment aber Antrieb und Zeit, da eine Anpassung auf aktuelle Umst\u00e4nde eine Mammutaufgabe w\u00e4re: Die Welt spielt verr\u00fcckt! Aber eine kleinere Serie mit Basics? Lies weiter, denn in Teil 1 geht es um das RISIKO.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1079,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_kadence_starter_templates_imported_post":false,"_kad_post_transparent":"","_kad_post_title":"","_kad_post_layout":"","_kad_post_sidebar_id":"","_kad_post_content_style":"","_kad_post_vertical_padding":"","_kad_post_feature":"","_kad_post_feature_position":"","_kad_post_header":false,"_kad_post_footer":false,"_kad_post_classname":"","footnotes":""},"categories":[43],"tags":[],"class_list":["post-1328","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-mensch-und-gesellschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/reppi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1328"}],"collection":[{"href":"https:\/\/reppi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/reppi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reppi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reppi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1328"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/reppi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1328\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1333,"href":"https:\/\/reppi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1328\/revisions\/1333"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/reppi.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1079"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/reppi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1328"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/reppi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1328"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/reppi.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1328"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}